Bürobeschäftigte jetzt neu auf IZ Research

Jetzt neu für alle 127 kreisfreien Städte: Die Bürobeschäftigtenquote!

Die Bürobeschäftigtenquote – ein wichtiger Indikator zur Beschreibung der lokalen Büroflächennachfrage – gibt an, wie viel Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort für ihre berufliche Tätigkeit ein Büro nutzen. Damit kann die Zahl der benötigten Büroarbeitsplätze und daraus der Bedarf an Bürofläche in der jeweiligen Stadt abgeleitet werden. In der Anwendung Städte von IZ Research spielen wir für 127 kreisfreie Städte und Kreisstädte ab sofort Bürobeschäftigtenquoten aus.

Für Immobilienunternehmen, deren Schwerpunkt im Bau und in der Vermietung von Büroflächen liegt, sind Menschen, die einer klassischen Bildschirm- und Schreibtischarbeit nachgehen, die wichtigste Zielgruppe. Diese Büroarbeit beinhaltet u.a. Tätigkeiten, die mit Denken, Analysieren, Verwalten, Planen, Organisieren und Kommunizieren zusammenhängen, wozu in der Regel ein Arbeitsplatz ausgestattet mit Schreibtisch, Stuhl, Computer, Bildschirm, Tastatur, Maus und Telefon in einer Bürofläche benötigt wird. Kennt man die Anzahl der Bürobeschäftigten einer Stadt, ist es möglich die Zahl der benötigten Büroarbeitsplätze und daraus wiederum den Bedarf an Bürofläche abzuleiten.

 

Die Bürobeschäftigten werden von der amtlichen Statistik nicht erhoben und publiziert.
Jedoch kann mit Hilfe der sog. „Klassifikation der Berufe 2010“ (KldB 2010) die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Bürobeschäftigten am Arbeitsort geschätzt werden. Die Klassifikation wird von der Bundesagentur für Arbeit herausgegeben und beinhaltet die Zuordnung der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zu Gruppen nach „Berufsfachlichkeit“ sowie nach „Anforderungsniveau“. Bei der Berufsfachlichkeit handelt es sich um Berufe, die ähnliche Tätigkeiten, Kenntnisse und Fertigkeiten erfordern. Das Anforderungsniveau definiert vier Komplexitätsstufen der auszuübenden Tätigkeiten beginnend mit „Helfer- und Anlerntätigkeiten“ bis hin zu „hochkomplexen Tätigkeiten“. Darauf aufbauend haben wir den Grad der Wahrscheinlichkeit des Bedarfs eines Büroarbeitsplatzes für jede Berufsgruppe hinsichtlich der Fachlichkeit und Komplexität der Tätigkeit als Faktor bestimmt. Multipliziert man die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit diesen Faktoren, erhält man die Zahl der Bürobeschäftigten in der jeweiligen Berufsgruppe am jeweiligen Standort.

 

Die Klassifizierung der Berufe (KldB) wird von der Bundesagentur für Arbeit regelmäßig angepasst, sodass auch neue Berufsbilder hierbei berücksichtigt werden können. Zudem entspricht sie der internationalen Berufsklassifikation International Standard Classification of Occupations 2008 (ISCO-08). Ab dem Berichtsjahr 2021 verwendet die Bundesagentur eine Weiterentwicklung mit zwei neuen Berufsuntergruppen und 14 neuen Berufsgattungen, sodass die KldB aktuell 16 Berufsfelder umfasst, denen alle anerkannten Ausbildungs- und Studienberufe zugeordnet werden können.

Weitere Informationen zur Methodik der Klassifikation der Berufe 2010 finden Sie unter https://statistik.arbeitsagentur.de/DE/Navigation/Grundlagen/Klassifikationen/Klassifikation-der-Berufe/KldB2010-Fassung2020/KldB2010-Fassung2020-Nav.html

Durch den weiteren Bedeutungsgewinn der Bildschirmarbeit aufgrund der zunehmenden Automatisierung und Digitalisierung von Arbeitsprozessen nimmt auch der Anteil vieler Tätigkeitsbereiche an der Bürobeschäftigung kontinuierlich zu, die bisher nicht der klassischen Bürotätigkeit zugeordnet wurden (z.B. Landwirtschaft).

Ende 2021 verbrachten in den 127 untersuchten Kreis- sowie kreisfreien Städten laut unserer Analyse knapp über 6 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (43 Prozent) ihre Arbeitszeit mit einer klassischen Büro- bzw. Bildschirmarbeit. Die Gesamtzahl ist seit 2016 um rund 12,8 Prozent gestiegen. Die Bürobeschäftigtenquote hat sich im gleichen Zeitraum von 41,0 Prozent auf 42,80 Prozent erhöht.

Eigene Auswertung IZ Research 2022, Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Stand 31.12.2021

Absolut betrachtet arbeitet die Mehrheit der sozialversicherungspflichtig Bürobeschäftigen in Berlin, München, Hamburg und Frankfurt. Der Anteil der Bürobeschäftigen an allen sozialversicherpflichtigen Beschäftigten ist mit über 50 Prozent am höchsten in München (55,41 Prozent), gefolgt von Bonn (55,14 Prozent), Erlangen (54,81 Prozent), Düsseldorf (53,57 Prozent) und Frankfurt am Main (53,50 Prozent) fast gleichauf sowie Stuttgart (51,21 Prozent) und Darmstadt ebenfalls mit einem Wert von noch über 50 Prozent.

Eigene Auswertung IZ Research 2022, Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Stand 31.12.2021

Wo finde ich die Bürobeschäftigtenquote?

Zu finden ist die Bürobeschäftigtenquote auf IZ Research in den jeweiligen Städtedetailseiten innerhalb der Strukturdatentabelle im Reiter „Arbeitsmarkt & Beschäftigung“.

Autor:innen:
Ingeborg Maria Lang, Head of Digital Research
Philipp Altmeppen, Researcher & Data Manager

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