Rund 99% der Immobilien sind nicht zertifiziert

Titelbild Gebäudezertifikate

Insight zur Expo Real 2023: Großer Nachholbedarf bei der Zertifizierung von Wirtschaftsimmobilien in Deutschland

Die auf der Expo Real bestimmenden Themen waren Nachhaltigkeit und EU-Taxonomie-Konformität. Doch nur sehr wenige Wirtschaftsimmobilien in Deutschland sind von DGNB, Breeam, Leed & Co. ausgezeichnet.
Chart Zertifizierung von Wirtschaftsimmobilien in Deutschland

Von den rund 44.000 von IZ Research erfassten Wirtschaftsimmobilien in Deutschland sind bisher gerade einmal 0,5% (n = 213) mit mindestens einem Zertifikat (zertifiziert bzw. vorzertifiziert) ausgezeichnet. 0,9% der Wirtschaftsimmobilien streben immerhin eine Zertifizierung an, übrig bleiben fast 99% nicht zertifizierte Immobilien.

Chart Die häufigsten Zertifizierungen von Wirtschaftsimmobilien nach Instituten
Die Zertifizierung durch die DGNB ist auf dem deutschen Immobilienmarkt am weitesten verbreitet.

Wenig überraschend ist dagegen, dass die meisten Zertifikate in Deutschland durch die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) vergeben werden, gefolgt vom britischen Zertifizierungssystem Breeam.

Laut der Auswertung von IZ Research werden Nachhaltigkeitskriterien häufiger in Neubauten umgesetzt bzw. ihre Umsetzung angestrebt.
Chart Zertifizierte Wirtschaftsimmobilien in Deutschland nach Status

Nicht jede Projektentwicklung ist nachhaltig gedacht. Maßnahmen für mehr Nachhaltigkeit betreffen sowohl den Bestand als auch Neubauprojekte.

Die zukünftige Hauptaufgabe der Immobilienwirtschaft wird aber vor allem die nachhaltige Bestandsentwicklung sein. Allein die schiere Größe des Altbaubestands macht es erforderlich, den Schwerpunkt nachhaltiger Maßnahmen auf den Bestand zu legen. Hier können monetäre und steuerliche Anreize und Vergünstigungen durch den Gesetzgeber hilfreich sein. Das ist immer wieder der Tenor auf Branchenveranstaltungen. 

In Zeiten knapper und teurer werdender Ressourcen ist aber auch die Neudefinition von Immobilienwerten, die die Kreislauffähigkeit von Gebäuden unter dem Aspekt der Ressourceneffizienz in den Mittelpunkt der Immobilienbewertung stellt, eine auch volkswirtschaftliche Alternative. Werden die verbauten Baustoffe und Bauprodukte und der Grad ihrer Wiederverwertbarkeit als zirkuläre Rendite in die Bewertung einbezogen, lassen sich sogenannte Rückbauprämien ermitteln, die den Wert der Immobilie deutlich steigern. Auf diese Weise wird ein Anreiz für Investoren und Eigentümer geschaffen, Bestandsimmobilien im Sinne der Nachhaltigkeit zu verbessern und ggf. einer neuen Nutzung zuzuführen.

von Ingeborg Maria Lang, Head of Digital Research IZ Research

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